Leserbrief BNN – volle Länge
Hallo liebe Hardt Redaktion,
Zunächst einmal möchte ich mein Erstaunen zum Ausdruck bringen über Ihre Einladung zum Kommentieren. Das ist nicht die Sonntagsfrage (wen würden Sie wählen), sondern öffnet – in einer emotional höchst geladenen Phase des Wahlkampfes – die Möglichkeit den „Kropf zu leeren“. Das wird kein Stimmungsbild geben, sondern zur Stimmungsmache beitragen, was ich sehr schade finde. Eine Rückkehr zur Sachlichkeit in der großen regionalen Tageszeitung hätte dem Wahlkampf in der Schlussphase sicher gutgetan und die Wogen geglättet. Denn ab 1. Oktober müssen der neu gewählte Oberbürgermeister von Stutensee, welcher von beiden auch immer dies sein mag, und die Fraktionen im Gemeinderat, sowie die Ortschaftsräte, zum Wohle unserer Stadt zusammenarbeiten.
Der Wahlkampf begann durchaus moderat und hat sich insbesondere nach dem ersten Urnengang erheblich verschärft. In den sozialen Medien und auch in den Leserbriefen in den BNN geht es kaum noch um Inhalte, sondern nur um emotionales Gegeneinander. Es werden praktisch keine Ziele, keine Herangehensweisen und keine Prioritäten mehr diskutiert. Der Wahlkampf ist mittlerweile auf einem Niveau angekommen, das tiefer nicht sein könnte. Plakate werden abgerissen, zerstört oder beschmiert. Es werden Gerüchte und Verschwörungstheorien verbreitet über angebliche Absprachen und über angebliche Verleumdungen und Bedrohungen. Ein jeder Wähler möge sich selbst ein Bild machen ob die vorgebliche Opferrolle nicht eher ein Schachzug war um den Mitbewerber als Täter erscheinen zu lassen.
Ich erwarte für Stutensee im Falle eines Wahlsieges von Herrn Burkard, dass ein verwaltungserfahrener Mensch die Geschicke der Stadt leiten wird. Stutensee wird also weiter verwaltet. Ich selbst wünsche mir jedoch mehr Gestaltung, einen frischen Wind im Rathaus, Dynamik und Schwung um die Probleme anzugehen. Ich mache keinen Hehl daraus, dass genau aus diesen Gründen Tobias Walter in der Stichwahl mein Kandidat ist.
In den ersten 100 Tagen gibt es einige Dinge, die angepackt werden müssen: der Haushalt 2027 muss vorbereitet werden, der Bürgerservice muss verbessert werden, darüber hinaus müssen im Rathaus die Strukturen besser definiert werden und klare Zielvorgaben gemacht werden; für alle Problembereiche (z.B. Personalgewinnung und -bindung, Haushaltskonsolidierung, Infrastruktur etc) müssen Aktionspläne entworfen und in den Gemeinderat eingebracht werden. Auch hier sehe ich Tobias Walter klar vorne liegen, er braucht keinen Kaltstart um sich in die Themen einzuarbeiten, er kennt die Herausforderungen aus vielen Gemeinderatsitzungen und Diskussionen.
Mit freundlichen Grüßen,
Klaus Mayer